Kleinkunst-Festival in Breitnau

© Martin Wangler

Kabarett, Konzerte und Theater: große Kunst auf kleiner Bühne erwartet Besucher des Hochschwarzwälder Kleinkunst-Festivals in Breitnau vom 25. September bis 4. Oktober 2020. Ein Highlight ist die Offene Bühne. Dort zeigen Profis und junge Talente aus der Region, was sie drauf haben.

Den Auftakt macht die Vernissage zur Ausstellung „Der Schwarzwald ist nicht schwarz“ von Wolfram Paul. Oft sind es die alltäglichen, gewöhnlichen Dinge aus seiner Umgebung, die den Künstler begeistern und zu seinen Bildern inspirieren. In der Kultur- und Sporthalle werden u.a. Werke wie „Waldstücke“ auf einem Malgrund aus Fichtennadeln, erweitert zu Duftgemälden, gezeigt. Im Anschluss präsentiert die aus Hinterzarten stammende Sängerin Magdalena Ganter ab 20 Uhr ihr Programm „Chanson Noir“. Bekannt geworden mit dem Trio Mockemalör, arbeitet die Wahl-Berlinerin, die kürzlich mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2020 ausgezeichnet wurde, derzeit an ihrem ersten Soloalbum. In Breitnau stellt sie einige Songs daraus vor, in denen sie auf eine fantastisch abgründige Reise entführt.
 
Am Samstag, 26. September lädt Kabarettist Jörg Kräuter zu einer „InvenTour“ der unterhaltsamen Art ein. Mit scharfer Zunge nimmt der selbsternannte „König von Baden“ eine Bestandsaufnahme der Region vor. Am Sonntag, 27. September folgt um 18 Uhr ein musikalischer Abend mit der Mundartband Goschehobel. Die beiden Songschreiber Eberhard Jäckle und Urban Huber-Wölfle haben bereits ihre achte CD veröffentlicht. Bei ihrem Konzert in Breitnau stehen sie in erweiterter Bandformation als Quintett auf der Bühne, greifen textlich Themen des Alltags auf und schaffen dafür ein passendes musikalisches Gewand – mit Gitarren, zweistimmigem Gesang und natürlich dem Goschehobel (der Bluesharp) vorgetragen.
 
Mit der traditionellen Offenen Bühne folgt am Mittwoch, 30. September um 20 Uhr ein Highlight des Festivals. Hier stehen Profis, aber auch Talente aus der Region im Rampenlicht und beweisen ihr Können im Kabarett, als Musiker oder im Poetry-Slam.
Am Freitag, 2. Oktober nehmen The Brothers - Acoustic Fun Orchestra das Publikum um 20 Uhr mit auf einen „Trip to Mixico“. Verrückte Medleys, waghalsige Übergänge, Star-Interpreten, die sich urplötzlich die Klinke in die Hand geben – ein musikalisch-hintersinniges Programm aus den Höhen (und Tiefen!) der Rock & Pop-Geschichte.

Am Tag der Deutschen Einheit gastiert Kabarettist Marc Hofmann um 20 Uhr mit seinem Programm „Erfundene Wahrheiten oder gibt es ein Leben vor dem Tod?“ in der Kultur- und Sporthalle. Geplagt von einer ebenso seltenen wie verbreiteten Form von Erwachsenen-ADHS, singt, liest und erzählt Hofmann, der hauptberuflich als Lehrer tätig ist, erfundene Wahrheiten aus dem geistigen Vakuum – darunter auch ausgewählte Momente aus seinen beiden „Klassenfeind“-Programmen.
 
Den Schlusspunkt des diesjährigen Kleinkunst-Festivals markiert am Sonntag, 4. Oktober ab 18 Uhr die Premiere von „Der Ackermann und der Tod“ in der St.-Oswald-Kapelle im Ortsteil Höllsteig. Vor rund 600 Jahren galt der Text „Der Ackermann und der Tod“ als kleine Revolution. In dem daraus entstandenen Theaterstück rebelliert ein Mensch gegen die Heftigkeit und Härte des Todes und lehnt sich auf gegen die angeblich göttliche Ordnung. Was aber hat das mit uns heute zu tun? Das war die Herausforderung, mit der Regisseur P.W. Hermanns sowie die Schauspieler Martin Wangler und Sibylle Denker an den Text herangingen.