Prozess gegen Mädchenmörder "Pierrot Le Fou" geht in Berufung

In Colmar geht am kommenden Montag der aufsehenerregende Prozess gegen den Mädchenmörder Pierre Bodein in eine neue Runde. Mit der Auswahl der Geschworenen beginnt das Berufungsverfahren gegen den 60-Jährigen. Der eigentliche Prozess startet dann am Dienstag. Bodein, genannt „Pierrot der Verrückte“, ist schon mehrfach vorbestraft.
Er war im vergangenen Juli in Straßburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte als Mindesthaftzeit einen Zeitraum von 30 Jahren verhängt. Die Richter sahen es als erwiesen, dass Bodein im Elsass die beiden Mädchen Jeanne-Marie und Julie sowie die 38-jährige Hedwig Vallée im Jahr 2004 bestialisch ermordet hatte. Seine Festnahme hatte damals in der Region für Empörung und eine heftige Diskussion über die Haftentlassung vorbestrafter Sexualtäter gesorgt. Bodein hatte über 35 Jahre seines Lebens in Gefängnissen oder psychiatrischen Anstalten verbracht und war nur wenige Monate vor den Taten vorzeitig aus der Haft entlassen worden.
Bodein hatte beim Prozess in Straßburg damals jede Beteiligung an den Verbrechen abgestritten. Sein Verteidiger hatte die Berufung eingereicht. Erst vor wenigen Wochen wurde der 60-Jährige von deutschen Ermittlern vernommen, da seine Taten die gleichen Mordmerkmale aufwiesen wie ein Verbrechen in Achern-Fautenbach vor 33 Jahren.